17 Monate alt, 18-mal operiert

Von SIMONE WINDHOFF

Erfurt – Manchmal zieht Simon an seinen fingerdicken Schläuchen. Er weiß nicht, warum sie in seinen Arm und das Bein führen.

Er weiß auch nicht, wie knapp er bisher dem Tod entkommen ist.

Simon liegt auf der Intensiv-Station des Erfurter Helios-Klinikums. Der 17 Monate alte Junge hat eine seltene Infektionskrankheit. Sein Körper ist übersät mit Hautabschürfungen, Rissen, Löchern, Entzündungen.

Der Junge leidet am sogenannten Waterhouse-Frid-richson-Syndrom. Die Krankheit frisst ihn innerlich auf. Sein linker Fuß musste amputiert werden. Seinen linken Arm konnten die Ärzte retten, vorerst.

Es kam ganz plötzlich – am 19. Dezember. Sein Vater Sven Seyfarth (27): „Nachts um 3 Uhr hatte er über 40 Grad Fieber. Er war benommen, sein Körper voller blauer Flecken. Wir haben ihn sofort in die Klinik gebracht.“

Keine Minute zu spät!

Oberarzt Dr. Hans-Jörg Bittrich: „Es bilden sich kleine Blutgerinsel in den Gefäßen. Simon hatte sie im ganzen Körper! Die Krankheit verläuft zu 50 Prozent tödlich.“

Simon kam auf die Intensivstation.

Dennoch war sein Fuß nicht zu retten. Auch der linke Ellenbogen war schwarz, das Gewebe tot. Doch die Ärzte konnten ihn noch erhalten.

Unvorstellbare 18-mal wurde Simon bereits operiert. Selbst der Verbandwechsel muss unter Narkose stattfinden. Kinderchirurg Professor Uwe Friedrich: „Seit einigen Tagen wächst bei Simon wieder gesundes Gewebe nach.“ Ein winziges Zeichen der Hoffnung.

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