Verzweifelter Kampf der Ärzte

Bakterien fressen kleinen Simon auf

Von SIMONE WINDHOFF

Tapferer, kleiner Simon: Sein linker Fuß ist amputiert, die entzündeten Arme in Bandagen gelegt. Der Junge (17 Monate) wurde in seinem Leben bereits 24 Mal operiert. Und trotzdem lächelt er...

Simons Krankheit – in Fachbüchern heißt sie „Waterhouse-Friderichsen-Syndrom“. Meningokokken-Bakterien (lösen sonst Hirnhautentzündungen aus) überschwemmen den ganzen Körper. Die Krankheit ist selten, kann in den ersten Stunden tödlich sein.

Simon, nach seiner Geburt kerngesund, bekam am 19. Dezember plötzlich Fieber. Sein Vater Sven Seyfarth (27, Betonbauer): „Sein Körper war voller blauer Flecken, er war benommen. Wir brachten ihn sofort ins Krankenhaus.“ Die Ärzte versetzten Simon sofort in ein künstliches Koma, pumpten ihn mit Antiobiotika voll. Das hat ihm das Leben gerettet. Geheilt hat es ihn nicht.

 

Die Bakterien wüteten schon in Simons Körper, zerstörten Adern, griffen Haut, Knochen und Muskeln an. Im Wettlauf gegen die Krankheit verpflanzten die Ärzte Simons Kopfhaut auf Ellenbogen, Schulter und Kniegelenk.

Professor Uwe Friedrich vom Helios-Klinikum in Erfurt: „Am linken Arm hatten sich die Bakterien schon bis zum Knochen gefressen. Wir konnten ihn zum Glück erhalten.“ Für Simons linken Fuß kam die Hilfe zu spät. Die Ärzte mussten amputieren...

Über einen Schlauch am Brustkorb bekommt Simon Schmerzmittel, wird künstlich ernährt. Der Junge mag nicht essen, trinkt ab und zu ein bisschen Apfelsaft. Simons Vater geht aus dem Zimmer, wenn er weinen muss. Unter Tränen erzählt er: „Die Ärzte wissen noch nicht, ob sie Simon auch den linken Unterschenkel abnehmen müssen.“

Kämpfe weiter, kleiner Simon!

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