Sven Seyfarth (27) aus Markvippach
Der Vater sorgt sich sehr um seinen 17 Monate alten Sohn, der an der seltenen Infektionskrankheit Waterhouse-Friedrichson-Syndrom leidet. Bei dieser durch Tröpfcheninfektion übertragenen Kinderkrankheit zerstören Bakterien das Körpergewebe, sie greifen Adern, Haut, Knochen und Muskeln an.
Sven Seyfahrt mit seinem Sohn; Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Sven Seyfahrt mit seinem Sohn
Auslöser der Krankheitssymptome bei dem kleinen Simon waren offensichtlich Meningokokken-Erreger. Anfangs hatte der Junge nur Fieber, selbst die Kinderärztin erkannte nicht die ernste Lage. Sie riet zunächst zu Fieberzäpfchen, Wadenwickeln und schickte die Eltern wieder nach Hause. Doch Simons Zustand verschlechterte sich schnell - nur wenige Stunden nach diesem Arztbesuch zeigten sich Blutungen unter seiner Haut. Gerade noch rechtzeitig konnten ihn die Eltern am 18. Dezember 2007 ins Krankenhaus bringen, nur kurze Zeit später wäre er wohl tot gewesen.
 
Sven Seyfarth wirft der Kinderärztin vor, dass sie nicht sofort gehandelt habe. Andere Ärzte sind sich jedoch nicht einig, ob die Krankheit tatsächlich sofort erkennbar gewesen ist – dazu tritt sie eigentlich viel zu selten auf. Der Junge wurde inzwischen 30 Mal operiert. Im Wettlauf gegen die Krankheit und das Absterben des Körpergewebes verpflanzten die Ärzte zum Beispiel Kopfhaut auf Ellenbogen, Schulter und Kniegelenk. Den linken Fuß des Kindes konnten sie jedoch nicht retten, er musste amputiert werden.
 
Für Vater Sven Seyfarth ist das alles sehr schwer zu ertragen. Er hält sich beinahe ununterbrochen bei seinem Sohn in der Klinik auf und hat dafür seine berufliche Selbstständigkeit als Maurer aufgegeben. Seine Familie steht vor dem finanziellen Ruin. Auch das Familienleben hat unter der Krankheit des Kleinen sehr gelitten, denn der Vater findet kaum noch Zeit für Simons ältere Geschwister Francesca und Leon. Doch es keimt Hoffnung: In den vergangenen Tagen war eine Hauttransplantation endlich erfolgreich, gesundes Gewebe wächst nach. Simon muss nicht mehr auf der Intensivstation liegen und seine Geschwister dürfen ihn wieder besuchen.
 
zuletzt aktualisiert: 03. April 2008 | 18:50